Eine unerwartete 0:4 (0:1)-Niederlage bezog der TSV Crossen in seinem vierten Heimspiel gegen den SV Olbernhau. Der Aufsteiger aus dem Erzgebirge entführte vor 163 Zuschauern im Sportforum Crossen nicht nur die drei Punkte, sondern übernahm nach dem siebenten Spieltag auch die Tabellenspitze in der Landesklasse West. "Glückwunsch an die Olbernhauer. Was sie geboten haben, war an Effektivität nicht zu überbieten. Aus den ersten fünf Torschüssen haben sie vier Tore erzielt. Das zeigt die Offensivstärke des Gegners. Wir haben gegen den Aufsteiger keine gute Leistung auf dem Platz gebracht", gestand Trainer Sven Döhler. Weiter fügte der sichtlich enttäuschte Crossener Coach hinzu: "Meine Spieler sollten die eigene Leistung einmal hinterfragen, ob mit dieser gezeigten Einstellung unser Ziel Klassenerhalt möglich ist." Klare, aber auch notwendige Worte zum Nachdenken. Nach der 0:3-Niederlage gegen den VfB Fortuna Chemnitz konnten die Crossener zum zweiten Mal hintereinander zu Hause kein Tor erzielen und blieben ohne Punkte.
Die erste Chance in diesem Spiel hatte der TSV. Nach 90 Sekunden scheiterte Dominik Weis am reaktionsschnellen Olbernhauer Keeper Sebastian Kaden. Nur eine Minute danach vereitelte TSV-Schlussmann Tomy Kitruschat ein Gegentor, als er gegen Marcus Winzer rettete. In der 5. Minute gerieten die Hausherren aber schon in Rückstand. Verteidiger Krämer war ausgerutscht, und Stürmer Toni Schuster ließ sich diese Gelegenheit zum 1:0 für die Gäste nicht entgehen. Zwei aussichtsreiche Möglichkeiten zum Ausgleich vermochte TSV-Angreifer Florian Otto nicht zu nutzen, als seine Schüsse am Tor vorbeistrichen (36., 38.).
Im zweiten Abschnitt trumpften die Obernhauer noch nachhaltiger auf, was drei weitere Treffer von Flade (53.), Schäfer (71.) und Schuster (77.) bestätigten.
TSV-Kapitän Thomas Schaller: "Wir sind frühzeitig in Rückstand geraten. Ende der ersten Halbzeit sind wir gut im Spiel drin gewesen und hätten mit Glück das 1:1 machen können. Das 0:2 war der Genickbruch. Olbernhau hat körperlich gut gegengehalten. Über Kampf und Geschicklichkeit haben sie ihre Tore gemacht. In den entscheidenen Szenen standen wir vom Gegner zu weit weg."
In der Tat, das schlechte Abwehrverhalten des TSV erwies sich letztlich als entscheidend für den Ausgang des Spieles. Dies bekräftigte auch Sebastian Doro: "Eine vollkommen verdiente Niederlage durch mangelndes Zweikampfverhalten. Die Abstände zwischen Viererkette, Sechserposition und Angriff waren viel zu groß."
Schiedsrichter Jakob Reiche aus Leipzig vermochte mit seiner Spielleitung nicht zu überzeugen. Insgesamt elf Verwarnungen und eine Gelb-Rote Karte in der Schlussminute an den Crossener Otto (Unsportlichkeit) verteilte der Referee.
Aufgebot TSV Crossen: Kitruschat; Berkefeld, T. Schaller, Steudel, Krämer, Seidel (75. Gedari), Kubec, Sachs, Weis, Otto, Doro
